Für die Sortenwahl 2027 stellt sich deshalb die Frage: Welche Sorten bleiben leistungsfähig, wenn es heiss wird und Wasser knapp ist? Auch die Krautfäule bleibt zentral – denn wer weiss, ob das nächste Jahr nicht umso nässer wird?
Festkochende Sorten: Simonetta und Erika überzeugen
Bei den festkochenden Sorten bewährte sich Simonetta in der Hitze und zeigte Krautfäule-Robustheit. Vitabella litt erneut unter der Hitze und enttäuschte. Erika behauptete dank früher Ertragsbildung und ausbleibender Krautfäule ihren Status als Leitsorte. Oscar wurde in der letzten Serie der von Coop unterstützten Bio-Kartoffelsortenprüfung geprüft und schnitt bei Krautfäule sehr gut ab. Auch 2026 erzielte sie sehenswerte Erträge, wobei es vereinzelt zu Durchwuchs kam.
Robuste Alternativen bei den Mehligkochenden
Bei den mehligkochenden Sorten bereiteten Agria und Markies wegen Durchwuchs und ausbleibender Abreife Probleme. Otolia und Sound sind auch in der Hitze überzeugende, krautfäulerobuste Alternativen. Für die Frites-Produktion kann auf die robuste Lady Jane gewechselt werden.
Sortenmix bleibt die beste Strategie
Der Rückblick über die vergangenen Jahre zeigt: Kaum eine Sorte kann unter allen Bedingungen brillieren. Entscheidend sind ein Sortenmix zum Ausgleich der Wetterextreme und eine angepasste Anbaustrategie.
Tobias Gelencsér, FiBL
Weiterführende Informationen
Sortenliste Kartoffeln (Rubrik Sortenlisten)
Biokartoffeln (Rubrik Ackerbau)
