Wie Bio Suisse mitteilt, stand bei den Verhandlungen trotz der angespannten Versorgungslage das Gleichgewicht im Mittelpunkt. Die Richtpreise sollen zum einen die ausserordentliche Marktsituation abbilden, zum anderen für die Tierhaltungsbetriebe langfristig tragbar bleiben. Die Richtpreise dienten als Orientierung und verstünden sich als qualitätsabhängige Richtwerte.
Hohe Nachfrage trifft auf tiefes Angebot
Die anhaltende Trockenheit hat in vielen Regionen zu tiefen Erträgen geführt. Während der erste Schnitt vielerorts noch zufriedenstellend ausfiel, brachten die folgenden Schnitte deutlich weniger Ertrag. Gleichzeitig mussten Weiden früher als üblich aufgegeben werden, wodurch der Futterbedarf auf den Betrieben zusätzlich anstieg. Zahlreiche Betriebe sind deshalb gezwungen, Raufutter zuzukaufen oder bereits ihre Wintervorräte anzubrechen. Zudem wird ein grosser Teil der Maisbestände voraussichtlich siliert, wodurch weniger Körnermais zur Verfügung stehen dürfte.
Betriebliche Anpassungen
Betriebe, die zusätzliches Raufutter benötigen, können auf Biomondo oder auf die Händlerliste des Schweizer Raufutterverbands zurückgreifen. In den Nachbarländern ist die Verfügbarkeit laut Bio Suisse je nach Produkt unterschiedlich. Aufgrund der aussergewöhnlichen Marktsituation brauche der Aufbau der Lieferketten und die Beschaffung der Ware jedoch mehr Zeit als in normalen Jahren. Die Marktpartner bitten laut Bio Suisse deshalb um Geduld, damit sich die Logistik an die heutige Nachfrage anpassen kann und die verfügbaren Mengen schrittweise in die Schweiz gelangen.
Auf der Bio Suisse Website wird laufend über die aktuelle Lage sowie über Massnahmen informiert.
Richtpreise
Es gelten folgende Richtpreise (bis August 2026):
| Preise ab Hof bzw. Werk | [Franken pro Dezitonne] |
| Heu, Emd belüftet in Gross oder Kleinballen | 41.00 – 45.00 |
| Heu, Emd bodengetrocknet in Gross oder Kleinballen | 33.00 – 37.00 |
| Heu, Emd > 50% Luzerneanteil belüftet | 51.00-54.00 |
| Ökoheu, bodengetrocknet, Gross- oder Kleinballen | 29.00-31.00 |
| Grassilage Ballen TS 30% | 11.80 |
| Grassilage Ballen TS 35% | 13.70 |
| Grassilage Ballen TS 40% | 15.70 |
| Grassilage Ballen TS 45% | 17.60 |
| Grassilage Ballen TS 50% | 19.6 |
| Maissilage Siloballen TS 30% | 16.50 |
| Maissilage Siloballen TS 34% | 18.70 |
| Maissilage Siloballen TS 38% | 20.90 |
| Vollmaispflanzen Pellets | 71.50 |
| Künstlich getrocknete Luzerne/Gras min. RP 15% Grossballen | 66.00 |
| Künstlich getrocknete Luzerne/Gras min. RP 15% Pellets | 66.00 |
| Stroh in Grossballen | 19.00 |
| Stroh in Kleinballen | 23.00 |
| Stroh ab Schwad | 8.00-10.00 |
| Strohpellets | 32.00 |
Qualitätskriterien
Die Verantwortlichen von Bio Suisse und FiBL haben für den Käufer und die Verkäuferin Qualitätskriterien festgelegt. Für den Kauf und Verkauf von Raufutter gilt:
- Futter soll frei von Unkraut, Giftpflanzen, Blacken, Verschmutzungen (Erde, Steine, sonstige Fremdkörper), Schimmel und Staub sein.
- Futter soll keine lagerbedingten Schäden oder Qualitätsminderung aufweisen.
- Qualität soll nach TS sowie Proteingehalt (NIR) und nutzbarer Energie (NEV/NEL) abgerechnet werden. Das FiBL bietet Raufutteranalysen an. Die Kosten betragen Fr. 50.- pro Analyse inkl. ein Beratungsgespräch per Telefon nach Bedarf.
- TS-Gehalte sind nach den Richtpreisen Raufutter von Agridea zu definieren.
- Als Top-Qualität gilt die Produktion aus dem aktuellen Jahr (Mai-Mai).
Weiterführende Informationen
Mitteilung von Bio Suisse (bio-suisse.ch)
Aktuelle Raufutterpreise (Rubrik Markt)
Biomondo (biomondo.ch)
Mitglieder des Verbands Schweizer Trocknungsbetriebe (trockenfutter.ch)
Biofutterhändler-Liste (raufutterverband.ch)
