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Richtpreiserhöhung für Bioraufutter beschlossen

Meldung  | 

Die Marktakteure des Schweizer Bioraufuttermarktes haben angesichts der anhaltenden Trockenheit die Richtpreise für die Ernte 2026 erhöht, schreibt Bio Suisse in einer Mitteilung. Für Heu und Emd geht der Preis um zwei Franken pro Dezitonne nach oben. Für Heu und Emd mit mehr als 50 Prozent Luzerneanteil, Ökoheu und Vollmaispflanzen beträgt die Erhöhung einen Franken pro Dezitonne. Die Richtpreise für Stroh und Luzerneprodukte bleiben unverändert.

Die anhaltende Trockenheit führt bei vielen Knospe-Betrieben zu einem akuten Mangel an Raufutter. Foto: FiBL, Simona Moosmann

Wie Bio Suisse mitteilt, stand bei den Verhandlungen trotz der angespannten Versorgungslage das Gleichgewicht im Mittelpunkt. Die Richtpreise sollen zum einen die ausserordentliche Marktsituation abbilden, zum anderen für die Tierhaltungsbetriebe langfristig tragbar bleiben. Die Richtpreise dienten als Orientierung und verstünden sich als qualitätsabhängige Richtwerte.

Hohe Nachfrage trifft auf tiefes Angebot

Die anhaltende Trockenheit hat in vielen Regionen zu tiefen Erträgen geführt. Während der erste Schnitt vielerorts noch zufriedenstellend ausfiel, brachten die folgenden Schnitte deutlich weniger Ertrag. Gleichzeitig mussten Weiden früher als üblich aufgegeben werden, wodurch der Futterbedarf auf den Betrieben zusätzlich anstieg. Zahlreiche Betriebe sind deshalb gezwungen, Raufutter zuzukaufen oder bereits ihre Wintervorräte anzubrechen. Zudem wird ein grosser Teil der Maisbestände voraussichtlich siliert, wodurch weniger Körnermais zur Verfügung stehen dürfte.

Betriebliche Anpassungen

Betriebe, die zusätzliches Raufutter benötigen, können auf Biomondo oder auf die Händlerliste des Schweizer Raufutterverbands zurückgreifen. In den Nachbarländern ist die Verfügbarkeit laut Bio Suisse je nach Produkt unterschiedlich. Aufgrund der aussergewöhnlichen Marktsituation brauche der Aufbau der Lieferketten und die Beschaffung der Ware jedoch mehr Zeit als in normalen Jahren. Die Marktpartner bitten laut Bio Suisse deshalb um Geduld, damit sich die Logistik an die heutige Nachfrage anpassen kann und die verfügbaren Mengen schrittweise in die Schweiz gelangen.

Auf der Bio Suisse Website wird laufend über die aktuelle Lage sowie über Massnahmen informiert.

Richtpreise

Es gelten folgende Richtpreise (bis August 2026):

Preise ab Hof bzw. Werk[Franken pro Dezitonne]
Heu, Emd belüftet in Gross oder Kleinballen41.00 – 45.00
Heu, Emd bodengetrocknet in Gross oder Kleinballen33.00 – 37.00
Heu, Emd > 50% Luzerneanteil belüftet51.00-54.00
Ökoheu, bodengetrocknet, Gross- oder Kleinballen29.00-31.00
Grassilage Ballen TS 30%11.80
Grassilage Ballen TS 35%13.70
Grassilage Ballen TS 40%15.70
Grassilage Ballen TS 45%17.60
Grassilage Ballen TS 50%19.6
Maissilage Siloballen TS 30%16.50
Maissilage Siloballen TS 34%18.70
Maissilage Siloballen TS 38%20.90
Vollmaispflanzen Pellets71.50
Künstlich getrocknete Luzerne/Gras min. RP 15% Grossballen66.00
Künstlich getrocknete Luzerne/Gras min. RP 15% Pellets66.00
Stroh in Grossballen19.00
Stroh in Kleinballen23.00
Stroh ab Schwad8.00-10.00
Strohpellets32.00

Qualitätskriterien

Die Verantwortlichen von Bio Suisse und FiBL haben für den Käufer und die Verkäuferin Qualitätskriterien festgelegt. Für den Kauf und Verkauf von Raufutter gilt:

  • Futter soll frei von Unkraut, Giftpflanzen, Blacken, Verschmutzungen (Erde, Steine, sonstige Fremdkörper), Schimmel und Staub sein.
  • Futter soll keine lagerbedingten Schäden oder Qualitätsminderung aufweisen.
  • Qualität soll nach TS sowie Proteingehalt (NIR) und nutzbarer Energie (NEV/NEL) abgerechnet werden. Das FiBL bietet Raufutteranalysen an. Die Kosten betragen Fr. 50.- pro Analyse inkl. ein Beratungsgespräch per Telefon nach Bedarf.
  • TS-Gehalte sind nach den Richtpreisen Raufutter von Agridea zu definieren.
  • Als Top-Qualität gilt die Produktion aus dem aktuellen Jahr (Mai-Mai).

Weiterführende Informationen

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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